IRODIMA baut eigenen Vertrieb auf
Aus: Lebensmittelzeitung vom 19. Dezember 2024
Die New-Food-Gruppe Irodima will 2025 mit alternativen Produkten punkten. Dafür treibt Veggie-Pionier Friedrich Büse sein neuestes Unternehmen voran und kündigt an, dass sich die Holding an einem Käseersatz-Startup beteiligt. Die Irodima Holding ist erst ein Jahr alt – und die Vorbereitungen sind in vollem Gange, um den Handel mit neuen Plant-based-Produkten zu überzeugen. Zum Konzept gehört auch ein eigener Vertrieb, den Irodima derzeit auf die Beine stellt. "Der Irodima Markenvertrieb nimmt ab dem zweiten Quartal seine Arbeit auf. Wir planen mit acht Mitarbeitern", kündigt Friedrich Büse, Gründer und Geschäftsführer von Irodima, an.
Insgesamt beschäftigt das Unternehmen dann 25 Mitarbeiter. Mit alternativen Produkten kennt sich Büse aus. Er gründete 2015 den Fleischersatzhersteller Endori, der seit rund sechs Jahren mehrheitlich zu Pfeifer & Langen gehört und an dem Büse Mitgesellschafter ist. Für Irodima ist Büse zufolge ein eigener Markenvertrieb wichtig. Unter anderem spare es allen Beteiligten Zeit, wenn die Konditionen für eine ganze Produktpalette und nicht für einzelne Artikel verhandelt werden.
Neue Produkte auf Basis von Gemüsetrester
Noch ist das Irodima-Sortiment übersichtlich, aber das soll sich bald ändern. Laut Büse kommen 2025 weitere Produkte von Beetgold auf den Markt. Das Unternehmen wurde 2019 von der Hochland-Gruppe als Startup gegründet und ist seit Anfang des Jahres eine hundertprozentige Irodima-Tochter. Beetgold hat sich auf das Upcycling von Trester spezialisiert.
Dabei handelt es sich um Rückstände wie Schalenreste, die beim Pressen von Gemüse und Obst übrigbleiben und oft einfach entsorgt werden. Diese Nebenströme aus der Saftproduktion verwertet Beetgold, verwendet den Rohstoff anstelle von Weizenmehl und stellt daraus bisher zum Beispiel Tortillas oder Pizzaböden her. Im nächsten Jahr sollen unter anderem Schupfnudeln auf Karotten- und Gnocchi auf Rote-Beete-Basis auf den Markt kommen. In die Übernahme von Beetgold und den Umbau einer Fleischfabrik hat Irodima bisher rund 7 Mio. Euro investiert.
Beteiligung an Käseersatz-Startup
Um sich auf dem veganen Markt gut zu positionieren, gehen die Investitionen in das Zukunftsgeschäft weiter. Für 2025 plant Büse 20 bis 25 Mio. Euro ein und verkündet, dass Irodima in eine neue Kategorie einsteigt: vegane Käsealternativen. "In einem ersten Schritt beteiligen wir uns an dem Startup Veeze", sagt Büse, der weder über die Höhe der Beteiligung noch über Umsatzerwartungen spricht. Das 2021 in Oldenburg gegründete Unternehmen stellt Alternativen zu Camembert und Brie aus Cashewkernen her. Irodima nehme Veeze vertriebstechnisch unter sein Dach und baue das Portfolio aus. "Wir arbeiten an einer neuen Generation von Käsealternativen, die nicht einfach versuchen, das tierische Original geschmacklich zu kopieren, sondern eher einen eigenständigen Charakter haben", sagt der Manager. Die künftigen Produkte sollen aus fermentierten, heimischen Rohstoffen bestehen, für die Irodima eine Patentanmeldung auf den Weg gebracht habe. Laut Büse werden die neuen Produkte Nutri-Score A oder B haben – anders als Wettbewerber Produkte, die im Rahmen der freiwilligen Nährwert-Kennzeichnung überwiegend C und D ausweisen. "Die meisten Käseersatzprodukte bestehen aus Kokosfett, Stärke und Wasser und haben es derzeit schwer auf dem Markt", sagt Büse …
(Fortsetzung in der Lebensmittelzeitung)
Andrea Adelhardt